Das Gallus Experiment, 11. bis 30. Juni 2019

St.Gallen. Im Rahmen des «Gallus Experiment» hat Matthias Wenk seine Sachen gepackt und versucht, 20 Tage alleine im Wald zu leben.

Matthias Wenk

Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben; intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten, was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde innewürde, dass ich gar nicht gelebt hatte.


Henry David Thoreau (1817 – 1862)
Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker

Als Mitarbeiter im Team der Cityseelsorge der Katholischen Kirche im Lebensraum St. Gallen durfte ich „Das Gallus Experiment“ umsetzen. Aufgabe der Cityseelsorge ist die lebensraumorientierte Seelsorge. Wir lassen uns auf verschiedene Lebenswelten und gesellschaftliche Milieus ein. Auf der Grundlage der biblisch-christlichen Botschaft und Ethik sind wir mit verschiedenen Menschen unterwegs.

  • Wir gehen hinaus auf die Strasse,
  • möchten Grenzen überwinden,
  • möchten auf Augenhöhe begegnen,
  • suchen und experimentieren zusammen mit Interessierten und Partner*innen.

Ich bin Theologe und Seelsorger und arbeite zu je 50 Stellenprozent in der Ökumenischen Gemeinde Halden und im Team der Cityseelsorge. Als Cityseelsorger gestalte ich das Ressort „Spiritualität und neue Gottesdienstformen„.

Gemeinsam mit Menschen möchte ich die Übergänge des Lebens, bedeutende Momente und Ereignisse, je nach ihren individuellen Bedürfnissen rituell gestalten, begehen und feiern. Dabei ist es mir wichtig, Fragen zu brennenden Glaubensthemen kompetent zu begleiten. Es liegt mir am Herzen, gemeinsam mit anderen Engagierten ansprechende und moderne Formen des Glaubens und des Feierns zu entwickelt – in einer Sprache, die den Menschen von heute entgegenkommt.

„Das Gallus Experiment“ war ein Versuch, für Glauben und Spiritualität neu und unkonventionell bewusst zu machen. Auch wenn die Geschichte von Gallus einige Jahrhunderte alt ist, so stellt das, was Gallus damals motiviert hat, auch heute noch einen spannenden und nachhaltigen Zugang zu Glauben und Spiritualität dar.
Mich fasziniert am Lebensstil des Hl. Gallus seine Einfachheit, die tiefe Verbundenheit zur Natur und die zutiefst spirituelle Ausrichtung seines Lebens. Spiritualität – die Auseinandersetzung mit Gott, dem Göttlichen, mit Jesus, mit Gottes Schöpfung, mit der heilsamen Lebenskraft, die in allem wirkt – ist ein kraftvoller und sinnvoller Lebensmotor. Darauf habe ich mit diesem besonderen Experiment aufmerksam gemacht und davon berichtet, was die Konzentration und Reduktion auf Einfachheit, Natur und Spiritualität mit mir macht!